Ratgeber
Brunnenwasser filtern: Sand, Eisen und Trübung
Kurz erklärt
Sand zerstört Laufrad und Dichtung, Eisen und Mangan färben Wäsche und Sanitär. Vor jeder Filterauswahl steht die Wasseranalyse - danach folgen Sandabscheider, Feinfilter und bei Bedarf eine Enteisenung.
Brunnenwasser ist kein Trinkwasser, solange es nicht untersucht ist. Für die Technik entscheidend sind drei Größen: Feststoffgehalt, Eisen und Mangan sowie Härte. Sie bestimmen, welche Filterstufe sinnvoll ist und wie schnell Pumpenteile verschleißen.
Filterstufen der Reihe nach
| Stufe | Aufgabe | Hinweis |
|---|---|---|
| Saugkorb im Brunnen | Grobe Feststoffe zurückhalten | Regelmäßig ziehen und reinigen |
| Sandabscheider | Feinsand vor der Pumpe abtrennen | Schützt Laufrad und Wellendichtring |
| Feinfilter 50-100 µm | Trübung und Schwebstoffe | Wechsel ab ca. 0,5 bar Druckdifferenz |
| Enteisenung | Eisen und Mangan oxidieren und filtern | Auslegung nach Laboranalyse |
Was Sand in der Pumpe anrichtet
- Riefen auf der Welle - der neue Wellendichtring wird sofort wieder undicht
- Abgetragene Laufradkanten und größere Spalte, also weniger Förderhöhe
- Festsitzende Rückschlagventile, dadurch Druckabfall im Stillstand
- Verstopfte Perlatoren und Magnetventile im Haus
Geruch und Verfärbung richtig einordnen
- Braune Trübung nach dem Zapfen: Eisen, oft in Verbindung mit Mangan
- Schwarze Flocken: Mangan, häufig zusammen mit Ablagerungen im Behälter
- Fauliger Geruch: Stagnation oder biologische Aktivität, Leitungen spülen und untersuchen lassen
- Milchige Trübung, die sich klärt: nur Luft im Wasser, technisch harmlos
Prüfung erforderlich: Ergebnis: Wasser läuft klar, Filterdruckdifferenz bleibt unter 0,5 bar, keine Sandspuren im Vorfilter.
Häufige Fragen
- Filter vor oder nach der Pumpe?
- Grobe Feststoffe und Sand werden vor der Pumpe abgetrennt, damit das Laufrad geschützt ist. Feinfilter mit hohem Druckverlust gehören auf die Druckseite.
- Wie oft muss der Filtereinsatz gewechselt werden?
- Nach Druckdifferenz, nicht nach Kalender. Ab etwa 0,5 bar Differenz sinkt die Fördermenge messbar.
War dieser Artikel hilfreich?
Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns über die Korrekturhinweise. Redaktionelle Grundsätze finden Sie in der Redaktionsübersicht.


