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Auslegung & Kaufberatung

Pumpen-Finder

Anwendung, Wasserqualität, Betriebspunkt und Rohrleitung eingeben. Der Finder bestimmt die passende Pumpenart, berechnet Rohrreibung, Gesamtförderhöhe, Leistungsbedarf und Saughöhengrenze – und zeigt anschließend lieferbare Pumpen und Ersatzteile aus dem Luzatec-Sortiment.

1. Wofür brauchen Sie die Pumpe?
2. Wie ist das Medium?
3. Welcher Stromanschluss ist vorhanden?

Empfehlung

Selbstansaugende Kreiselpumpe (Garten- bzw. Zisternenpumpe)

Für Bewässerung aus Zisterne, Regentonne oder flachem Brunnen bis rund 7–8 m Saughöhe. Normalsaugende Kreiselpumpen benötigen dagegen Zulauf oder eine gefüllte Saugleitung mit Fußventil.

Berechneter Betriebspunkt

Strömungsgeschwindigkeit im Rohr1.04 m/s
Druckverlust Rohr + Formteile1.7 m
Gesamtförderhöhe (Auslegungswert)26.7 m
Hydraulische Wellenleistung (η ≈ 45 %)0.49 kW
Empfohlene Motorgröße inkl. Reserveca. 0.60 kW
Praktische Saughöhengrenze7.9 m
Stromkosten bei 300 h/Jahr (0,32 €/kWh)ca. 47,00 €

Worauf Sie achten sollten

  • Saugleitung kurz, steigend und absolut dicht ausführen – schon kleine Leckluft verhindert das Ansaugen
  • Fuß- oder Rückschlagventil am Saugkorb hält die Leitung gefüllt und verkürzt das Wiederansaugen
  • Bei Sand im Wasser Vorfilter einsetzen, sonst verschleißen Laufrad, Welle und Wellendichtring schnell
  • Trockenlaufschutz oder Schwimmerschalter verlängert die Lebensdauer erheblich

Passende Pumpen und Teile aus dem Luzatec-Sortiment

Auswahl auf Basis Ihrer Angaben – mit Preis und Verfügbarkeit direkt aus dem Shop. Verbindlich bleibt die Kennlinie der gewählten Ausführung.

So legen Fachleute eine Pumpe aus

1. Bedarf ermitteln

Am Anfang steht die benötigte Fördermenge. Für Bewässerung rechnet man je Sprinkler oder Zapfstelle mit einem festen Volumenstrom und addiert die gleichzeitig genutzten Entnahmestellen. Im Haus geht man von Spitzenlast aus: mehrere Zapfstellen gleichzeitig, nicht vom Tagesmittel. Wer die Fördermenge zu klein wählt, spart am falschen Ende – wer sie zu groß wählt, betreibt die Pumpe dauerhaft außerhalb ihres besten Wirkungsgrads.

2. Förderhöhe zusammensetzen

Die Gesamtförderhöhe besteht aus drei Anteilen: dem geodätischen Höhenunterschied zwischen Wasserspiegel und höchster Entnahme, den Druckverlusten in Rohren, Bögen, Ventilen und Filtern sowie dem gewünschten Restdruck. 1 bar entspricht rund 10,2 m Wassersäule. Der Finder addiert die Rohrreibung nach Darcy-Weisbach und die Einzelverluste der Formteile automatisch.

3. Saugseite prüfen

Die Saugseite entscheidet über Zuverlässigkeit. Der atmosphärische Druck kann Wasser theoretisch nur etwa 10,3 m hochdrücken; Dampfdruck, Verluste und die NPSH-Anforderung der Pumpe reduzieren das auf praktisch 7–8 m. Wird dieser Wert überschritten, kavitiert die Pumpe: es entstehen Dampfblasen, die im Laufrad implodieren und Werkstoff abtragen. Typische Anzeichen sind Rattern, schwankender Druck und sinkende Fördermenge.

4. Werkstoffe und Dichtungen zum Medium wählen

Sand und Schwebstoffe greifen Laufrad und Wellendichtring an; Heizöl verlangt ölfeste Dichtungen; Trinkwasser fordert geeignete Werkstoffe und eine fachgerechte Absicherung. Bei reparierbaren Baureihen wie ORPU SK32 sind Wellendichtringe, Lager, Wellen, Zwischenteile und Gegenflansche einzeln lieferbar – ein Reparaturkit ist dann meist deutlich günstiger als eine neue Pumpe.

5. Motor und Betrieb

Aus der Wellenleistung folgt die Motorgröße inklusive Reserve. Drehstrommotoren laufen ruhiger und im Dauerbetrieb effizienter, Wechselstrom 230 V passt dort, wo kein Drehstrom liegt. Häufiges Schalten belastet Motor und Kondensator stärker als Dauerlauf – ein richtig eingestellter Druckkessel verlängert daher die Lebensdauer der gesamten Anlage.

Typische Fehler in der Praxis

  • Saugleitung zu dünn oder zu lang – die Pumpe bekommt zu wenig Wasser und kavitiert.
  • Undichte Verschraubung auf der Saugseite: die Pumpe zieht Luft und saugt nie richtig an.
  • Kessel-Vordruck nie geprüft – Folge sind Taktbetrieb und vorzeitiger Membranschaden.
  • Falsche Drehrichtung bei Drehstrom: die Pumpe fördert, aber weit unter Nennleistung.
  • Kein Filter bei sandigem Brunnenwasser – Wellendichtring und Laufrad verschleißen schnell.

Häufige Fragen zum Pumpen-Finder

Wie hoch kann eine Kreiselpumpe saugen?
Theoretisch begrenzt der Luftdruck die Saughöhe auf etwa 10,3 m. Abzüglich Dampfdruck, Sicherheitsreserve und Verlusten in der Saugleitung bleiben in der Praxis 7–8 m. Liegt der Wasserspiegel tiefer, ist eine Unterwasser- bzw. Tiefbrunnenpumpe die richtige Lösung.
Wie berechne ich die Gesamtförderhöhe?
Gesamtförderhöhe = geodätischer Höhenunterschied + Druckverluste in der Rohrleitung + gewünschter Restdruck an der Entnahme. 1 bar Restdruck entspricht rund 10,2 m Förderhöhe.
Welche Motorleistung brauche ich?
Die hydraulische Leistung ergibt sich aus P = ρ · g · Q · H. Bei rund 45 % Gesamtwirkungsgrad und etwa 15 % Reserve erhält man die praktische Motorgröße. Verbindlich ist immer die Kennlinie der gewählten Pumpe.
Wechselstrom oder Drehstrom?
Wechselstrom 230 V passt für Haus- und Gartenanwendungen ohne Drehstromanschluss. Drehstrom 400 V läuft ruhiger, hat höhere Anlaufmomente und ist im Dauerbetrieb effizienter – dafür ist ein entsprechender Anschluss durch eine Elektrofachkraft nötig.
Lohnt sich Reparieren statt Neukauf?
Bei robusten Baureihen wie ORPU SK32 sind Lager, Wellendichtring, Welle, Laufrad und Motoren einzeln lieferbar. Ein Reparaturkit kostet meist einen Bruchteil einer neuen Pumpe – solange Gehäuse und Laufrad nicht ausgewaschen sind.

Die Berechnung ist eine Orientierung mit vereinfachten Annahmen (λ ≈ 0,03, ζ ≈ 0,5 je Formteil, η ≈ 45 %) und ersetzt keine Anlagenplanung. Bei Trinkwasser, Abwasser, Heizöl und festen Installationen gelten zusätzliche Vorschriften. Elektrische Anschlüsse gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.