Anleitung
Druckkessel-Vordruck einstellen: Anleitung mit Sollwerten
Kurz erklärt
Der Vordruck des Membranbehälters wird bei wasserseitig entleertem Kessel auf etwa 0,2 bis 0,3 bar unter dem Einschaltdruck der Pumpe eingestellt. Ein falscher Vordruck ist die häufigste Ursache für ständiges Takten.
Der Membranbehälter speichert nicht Wasser, sondern Energie: das Luftpolster hinter der Membran drückt Wasser ins Netz, solange der Druck über dem Einschaltpunkt liegt. Fehlt Luft, schaltet die Pumpe bei jedem Zapfen sofort ein und aus.
Schritt für Schritt
1. Anlage abschalten und entlasten
Pumpe spannungsfrei schalten, eine Zapfstelle öffnen und den Behälter wasserseitig vollständig entleeren. Nur drucklos lässt sich der Vordruck korrekt messen.
2. Vordruck messen
Schutzkappe am Luftventil abnehmen und mit einem Reifendruckmesser prüfen. Tritt Wasser aus, ist die Membran gerissen.
3. Vordruck einstellen
Auf 0,2-0,3 bar unter dem Einschaltdruck aufpumpen. Beispiel: Einschaltdruck 2,0 bar ergibt 1,7-1,8 bar Vordruck.
4. Anlage füllen und kontrollieren
Pumpe einschalten, Zapfstelle schließen und Ein- sowie Abschaltdruck am Manometer ablesen. Typisch sind 2,0 bar ein und 3,5 bar aus.
| Einschaltdruck | Abschaltdruck | Vordruck |
|---|---|---|
| 1,5 bar | 3,0 bar | 1,2-1,3 bar |
| 2,0 bar | 3,5 bar | 1,7-1,8 bar |
| 2,5 bar | 4,0 bar | 2,2-2,3 bar |
| 3,0 bar | 4,5 bar | 2,7-2,8 bar |
Wenn der Vordruck nicht hält
- Luft entweicht am Ventil - Ventileinsatz nachziehen oder tauschen
- Wasser am Luftventil - Membran gerissen, Behälter oder Membran ersetzen
- Druck fällt im Stillstand - Rückschlagventil oder Leckage in der Installation
- Pumpe schaltet nicht ab - Druckschalter verstellt oder Leitung zum Schalter verstopft
Prüfung erforderlich: Ergebnis: Pumpe läuft pro Zapfvorgang einmal an, Druck bleibt im Stillstand stabil.
Häufige Fragen
- Wie oft muss der Vordruck geprüft werden?
- Mindestens einmal jährlich, besser halbjährlich. Membranbehälter verlieren über die Jahre langsam Luft.
- Was passiert bei zu hohem Vordruck?
- Der Behälter nimmt kaum Wasser auf, das Nutzvolumen sinkt und die Pumpe taktet ebenfalls. Der Vordruck muss unter dem Einschaltdruck liegen.
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