Kaufberatung
Ölbrennerdüse richtig auswählen
Kurz erklärt
Die Düse wird nach drei Angaben ausgewählt: Durchsatz (in US-Gallonen pro Stunde bzw. kg/h), Sprühwinkel (typisch 45°, 60° oder 80°) und Sprühbild (H = Hohlkegel, S = Vollkegel, B = halbvoll). Alle drei Werte gibt der Kessel- bzw. Brennerhersteller vor – abweichen darf man davon nicht, sonst ändern sich Leistung, Flammenbild und Abgaswerte.
Die Ölbrennerdüse ist das kleinste und gleichzeitig wirkungsvollste Bauteil im Ölbrenner: Sie zerstäubt das Heizöl zu einem feinen Nebel, definiert die Feuerraumgeometrie der Flamme und bestimmt über den Durchsatz die Brennerleistung. Danfoss-Düsen werden nach EN 293/EN 299 gefertigt und in Durchsatz und Sprühbild geprüft.
Die drei Kennwerte auf der Düse
| Angabe | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Durchsatz | Öldurchsatz bei Referenzdruck, historisch in US-Gallonen pro Stunde | 0,60 gph |
| EN-Leistung | geprüfte Leistung in kg/h bei 10 bar Referenzdruck | 2,37 kg/h |
| Sprühwinkel | Öffnungswinkel des Sprühkegels | 45°, 60°, 80° |
| Sprühbild | H = Hohlkegel, S = Vollkegel, B = halbvoll/semi | 60° H |
Als Näherung gilt: 1 gph entspricht rund 3,8 Liter Heizöl pro Stunde bzw. etwa 3,2 kg/h und damit grob 38 kW Feuerungsleistung. Verbindlich ist immer die Angabe des Kesselherstellers, weil Düsendruck und Feuerraum mit einbezogen sind.
Sprühwinkel und Feuerraum
- 45° – langer, schlanker Kegel für tiefe, schmale Brennkammern.
- 60° – der häufigste Kompromiss, passt zu vielen Standardkesseln.
- 80° – kurzer, breiter Kegel für kurze, weite Feuerräume.
- Falscher Winkel führt zu Flammenberührung an der Wand, Rußbildung und schlechten Abgaswerten.
Hohlkegel, Vollkegel oder halbvoll?
Hohlkegeldüsen (H) verteilen das Öl ringförmig und sind im kleinen Leistungsbereich bis etwa 1,5 gph stabiler. Vollkegeldüsen (S) füllen den Kegel gleichmäßig und werden bei höheren Durchsätzen oder bei Brennern mit spezieller Luftführung eingesetzt. Halbvolle Düsen (B) sind ein Zwischenmuster für Sonderfälle. Das Sprühbild darf nur nach Herstellerangabe geändert werden.
Pumpendruck gehört zur Düse
Der Öldurchsatz hängt von der Wurzel des Zerstäubungsdrucks ab. Danfoss-Düsen sind bei 10 bar auf ihre kg/h-Leistung geprüft; ältere gph-Angaben beziehen sich auf 7 bar. Wird der Pumpendruck verändert, ändert sich der Durchsatz messbar mit – deshalb Druck immer am Manometer kontrollieren und protokollieren.
Checkliste vor dem Kauf
- Angaben auf der alten Düse bzw. auf dem Kesselaufkleber ablesen (Durchsatz, Winkel, Sprühbild).
- Feuerungsleistung und Solldruck aus dem Kesseldatenblatt notieren.
- Passende Düse aus derselben Baureihe wählen – Danfoss und Fluidics sind nicht beliebig mischbar.
- Zusätzlich Dichtungsset und Filterpatrone der Ölpumpe bereitlegen.
- Nach dem Wechsel Abgasmessung durchführen und Werte dokumentieren.
Häufige Fragen
- Wie rechne ich gph in kg/h um?
- Als Näherung entspricht 1 gph etwa 3,2 kg/h Heizöl (rund 3,8 Liter). Verbindlich ist die aufgeprägte EN-Leistung in kg/h bei 10 bar Prüfdruck.
- Darf ich statt 60° eine 80°-Düse einsetzen?
- Nur wenn der Brenner- oder Kesselhersteller diesen Winkel für Ihr Gerät freigibt. Der Sprühwinkel ist auf die Feuerraumgeometrie abgestimmt; ein falscher Winkel verursacht Rußbildung und schlechte Verbrennungswerte.
- Wie oft muss die Ölbrennerdüse gewechselt werden?
- Im Rahmen der jährlichen Wartung. Der integrierte Feinfilter und die Zerstäubungskante verschleißen, wodurch das Sprühbild schlechter und der Ölverbrauch höher wird.
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