Kaufberatung
Regenwasserpumpe auswählen: Saugpumpe, Tauchpumpe oder Automat
Kurz erklärt
Für Zisternen bis etwa 7 m Saughöhe passt ein selbstansaugendes Hauswasserwerk oder ein Hauswasserautomat, bei größeren Tiefen oder langen Saugwegen eine Tauchdruckpumpe. Entscheidend sind Betriebspunkt (Fördermenge bei benötigtem Druck), Trockenlaufschutz und eine schwimmende Entnahme mit Rückschlagventil.
Die richtige Zisternenpumpe ergibt sich nicht aus der Wattzahl, sondern aus dem Betriebspunkt: Welche Fördermenge wird bei welchem Druck gebraucht, und wie viel Höhe sowie Rohrreibung muss die Pumpe zusätzlich überwinden? Erst danach entscheidet die Bauart.
Betriebspunkt bestimmen
- Bedarf addieren: Ein Gartensprenger benötigt 0,8–1,5 m³/h, ein Rasensprenger im Kreis bis 2 m³/h, eine WC-Spülung kurzzeitig 0,4 m³/h.
- Geodätische Höhe messen: Abstand vom Wasserspiegel bis zur höchsten Zapfstelle in Metern.
- Nutzdruck ansetzen: 15 bis 25 m Förderhöhe für Sprinkler, 25 bis 35 m für Hausinstallationen mit mehreren Etagen.
- Rohrreibung addieren: Faustwert 5 bis 15 Prozent der Gesamtlänge in Metern Förderhöhe, bei zu dünnen Leitungen deutlich mehr.
| Bauart | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|
| Hauswasserwerk mit Druckkessel | Wenige Schaltspiele, langlebig, einfache Wartung | Platzbedarf, Membran und Vordruck sind Wartungspunkte |
| Hauswasserautomat (elektronisch) | Kompakt, konstanter Druck, integrierter Trockenlaufschutz | Mehr Schaltspiele, empfindlicher gegenüber Kleinstleckagen |
| Tauchdruckpumpe | Keine Saugprobleme, leise, frostgeschützt im Wasser | Wartung nur bei Ausbau, Kabel und Aufhängung nötig |
| Selbstansaugende Kreiselpumpe | Robust, gut reparierbar, hohe Standzeit | Saughöhe begrenzt, benötigt dichte Saugleitung |
Saughöhe ist kein Wunschwert
Theoretisch trägt der Luftdruck Wasser rund 10 m hoch, praktisch bleiben nach Abzug von Dampfdruck, Rohrreibung und NPSH-Bedarf der Pumpe etwa 7 m nutzbare Saughöhe. Jeder Bogen, jeder Filter und jede zu dünne Leitung reduziert diesen Wert weiter – die Folge ist Kavitation mit knackenden Geräuschen und rasch verschlissenem Laufrad.
1. Bedarf klären
Anzahl gleichzeitiger Verbraucher und benötigte Fördermenge in m³/h festlegen.
2. Förderhöhe summieren
Geodätische Höhe plus Nutzdruck plus Rohrreibung ergibt die erforderliche Gesamtförderhöhe.
3. Kennlinie prüfen
Pumpe wählen, deren Kennlinie den Betriebspunkt im mittleren Bereich schneidet – nicht am Rand.
4. Schutzfunktionen ergänzen
Trockenlaufschutz, Vorfilter und schwimmende Entnahme einplanen.
5. Wartung mitdenken
Ersatzteilverfügbarkeit für Wellendichtring, Laufrad und Druckschalter vor dem Kauf prüfen.
Häufige Fragen
- Wie viel Watt braucht eine Zisternenpumpe?
- Für Garten und WC im Einfamilienhaus genügen meist 600 bis 1.100 W. Ausschlaggebend ist nicht die Leistung, sondern ob die Kennlinie den benötigten Betriebspunkt aus Menge und Förderhöhe abdeckt.
- Warum saugt meine Pumpe die Zisterne nicht an?
- Meist Luft in der Saugleitung: undichte Verschraubung, fehlendes oder verschmutztes Fußventil, Hochpunkt in der Leitung oder eine Saughöhe über 7 m. Pumpe füllen, Leitung prüfen und Dichtungen erneuern.
- Brauche ich einen Trockenlaufschutz?
- Ja. Läuft die Pumpe bei leerer Zisterne weiter, überhitzt sie innerhalb von Minuten und der Wellendichtring wird zerstört. Schwimmerschalter, Druckwächter oder elektronische Steuerung verhindern das.
War dieser Artikel hilfreich?
Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns über die Korrekturhinweise. Redaktionelle Grundsätze finden Sie in der Redaktionsübersicht.


