Lexikonbegriff
Selbstansaugende Pumpen verstehen
Kurz erklärt
Selbstansaugende Pumpen entlüften die Saugleitung selbst, indem sie im Gehäuse ein Wasser-Luft-Gemisch umwälzen und die Luft druckseitig austragen. Voraussetzung ist eine mit Wasser gefüllte Pumpenkammer, eine dichte Saugleitung und eine Saughöhe von praktisch maximal etwa 7–8 Metern.
„Selbstansaugend“ bedeutet nicht, dass die Pumpe trocken Wasser holt. Sie kann lediglich die Luft aus der Saugleitung selbst herausfördern – und dazu muss in ihrem Gehäuse Wasser stehen. Wer diesen Unterschied kennt, vermeidet die häufigsten Fehlstarts und Trockenlaufschäden.
So läuft der Ansaugvorgang ab
1. Vorfüllen
Pumpenkammer über die Einfüllschraube vollständig mit Wasser füllen.
2. Umwälzen
Beim Start wälzt das Laufrad das Füllwasser um und reißt Luft aus der Saugleitung mit.
3. Entmischen
Im Gehäuse trennt sich Luft vom Wasser, die Luft entweicht über die Druckseite.
4. Wassersäule aufbauen
Der Unterdruck lässt Wasser nachsteigen, bis die Saugleitung gefüllt ist.
5. Normalbetrieb
Ist die Leitung entlüftet, arbeitet die Pumpe als normale Kreiselpumpe.
Physikalische Grenzen
| Einfluss | Wirkung | Praxiswert |
|---|---|---|
| Luftdruck | theoretische Grenze der Wassersäule | ca. 10,3 m auf Meereshöhe |
| Rohrverluste | verringern die nutzbare Saughöhe | abhängig von Länge und Durchmesser |
| Wassertemperatur | höhere Temperatur senkt Grenze deutlich | warmes Wasser reduziert Saughöhe |
| Höhenlage | geringerer Luftdruck | pro 1000 m ca. 1 m weniger |
| Praktisches Maximum | Sicherheitsabstand zur Kavitation | etwa 7–8 m |
Damit das Ansaugen zuverlässig klappt
- Saugleitung steigend zur Pumpe verlegen, keine Hochpunkte, in denen sich Luft sammelt.
- Fußventil mit Saugkorb einsetzen – es hält die Wassersäule und schützt vor Fremdkörpern.
- Alle Verschraubungen der Saugseite dicht ausführen; hier zieht die Pumpe Luft, ohne dass Wasser austritt.
- Saugleitung mindestens im Nenndurchmesser des Pumpeneingangs ausführen, bei langen Wegen größer.
- Vor dem ersten Start Pumpenkammer und möglichst auch die Saugleitung fluten.
Häufige Fragen
- Wie lange darf der Ansaugvorgang dauern?
- Je nach Saughöhe und Leitungslänge einige Sekunden bis wenige Minuten. Kommt danach kein Wasser, abschalten und Saugseite prüfen, statt weiterlaufen zu lassen.
- Warum saugt die Pumpe bei 9 m nicht mehr?
- Die theoretische Grenze liegt bei etwa 10,3 m, praktisch bleiben nach Rohrverlusten und Sicherheitsabstand nur 7–8 m. Für größere Tiefen wird eine Tiefbrunnenpumpe eingesetzt.
- Hilft eine größere Pumpe bei zu großer Saughöhe?
- Nein. Die Saughöhe ist durch den Atmosphärendruck begrenzt, nicht durch die Motorleistung. Eine stärkere Pumpe kavitiert nur früher.
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