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Kaufberatung

Tiefbrunnenpumpe richtig auswählen

Kurz erklärt

Maßgeblich sind vier Werte: Innendurchmesser des Brunnenrohrs (z. B. 3" oder 4"), dynamischer Wasserstand bei Entnahme, benötigter Volumenstrom und der Druck an der Entnahmestelle. Die Gesamtförderhöhe ergibt sich aus Absenkspiegel bis Auslauf plus Rohrverluste plus gewünschter Betriebsdruck (10 m Wassersäule ≈ 1 bar).

Luzatec Fachredaktion Fachlich geprüft von Lutz Zachert Stand 1. September 2026
Tiefbrunnenpumpen
Tiefbrunnenpumpen · Produktbild: Luzatec-Shop

Saugende Pumpen sind physikalisch bei knapp 10 m theoretischer und praktisch bei rund 7–8 m Saughöhe am Ende. Liegt der Wasserstand tiefer, drückt eine Tiefbrunnenpumpe das Wasser von unten nach oben. Die Auswahl ist reine Rechenarbeit – und beginnt mit dem Brunnen, nicht mit der Pumpe.

Schritt 1: Brunnen aufnehmen

  • Innendurchmesser des Brunnenrohrs messen – 3"-Pumpen brauchen mindestens ca. 80 mm, 4"-Pumpen ca. 100 mm freien Durchgang.
  • Ruhewasserstand messen (Abstand Geländeoberkante bis Wasserspiegel).
  • Dynamischen Wasserstand bei Entnahme ermitteln: der Spiegel sinkt unter Last ab – dieser Wert ist maßgeblich.
  • Brunnentiefe und Filterstrecke notieren, Pumpe immer oberhalb der Filterstrecke einbauen.
  • Sand- und Eisengehalt beurteilen; Sand verschleißt Hydraulik und verlangt Sandabscheider oder sandverträgliche Pumpen.

Schritt 2: Förderhöhe berechnen

PositionWertErläuterung
Dynamischer Wasserstand12 mSpiegel bei Entnahme unter Gelände
Höhe bis Entnahmestelle3 mgeodätische Höhe über Gelände
Rohrverlusteca. 4 mLänge, Durchmesser, Bögen, Filter
Gewünschter Betriebsdruck25 mentspricht 2,5 bar am Auslauf
Erforderliche Förderhöhe≈ 44 mSumme der Positionen
Beispielrechnung für Gartenbewässerung

Wählen Sie die Pumpe so, dass der Betriebspunkt (benötigter Volumenstrom bei errechneter Förderhöhe) im mittleren Bereich der Kennlinie liegt. Ganz am Rand der Kennlinie arbeitet jede Pumpe mit schlechtem Wirkungsgrad und höherer Belastung.

Schritt 3: Schutz und Zubehör

  • Trockenlaufschutz über Schwimmerschalter, Druck-/Durchflusswächter oder Niveauelektroden – Trockenlauf zerstört Tiefbrunnenpumpen schnell.
  • Steigleitung ausreichend dimensionieren; zu dünne Leitungen fressen die Förderhöhe auf.
  • Tragseil und Kabelbinderabstand nach Herstellervorgabe, Pumpe nie am Kabel hängen lassen.
  • Rückschlagventil und Entleerung frostsicher anordnen.
  • Sauberen Brunnenkopf mit Abdeckung ausführen – Oberflächenwasser darf nicht eindringen.

Häufige Fragen

Wie tief kann eine Tiefbrunnenpumpe fördern?
Begrenzend ist nicht die Tiefe, sondern die Förderhöhe der Pumpe. Rechnen Sie Absenkspiegel, Höhendifferenz, Rohrverluste und Betriebsdruck zusammen und vergleichen Sie diesen Wert mit der Kennlinie.
Welchen Durchmesser braucht mein Brunnen?
3"-Pumpen benötigen etwa 80 mm, 4"-Pumpen rund 100 mm freien Innendurchmesser. Messen Sie das Rohr nach, denn Verrohrungsmuffen verengen den Querschnitt.
Was tun bei sandhaltigem Wasser?
Pumpe oberhalb der Filterstrecke setzen, Fördermenge reduzieren, Sandabscheider oder Vorfilter installieren und die Hydraulik regelmäßig kontrollieren. Sand ist die häufigste Verschleißursache.

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