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Ratgeber

Zisternengröße berechnen: Dachfläche, Niederschlag, Bedarf

Kurz erklärt

Das nutzbare Zisternenvolumen liegt üblicherweise bei 6 bis 8 Prozent des Jahresertrags: Dachfläche (m²) × Jahresniederschlag (mm) × Abflussbeiwert × 0,9 Filterwirkungsgrad ergibt den Ertrag in Litern. Bei 150 m² Dach, 700 mm Regen und Ziegeldach (0,8) sind das rund 75.000 l pro Jahr – daraus folgt eine Zisterne von etwa 4.500 bis 6.000 l.

Luzatec Fachredaktion Fachlich geprüft von Lutz Zachert Stand 1. September 2026
ORPU Kreiselpumpe SK32-2DM
ORPU Kreiselpumpe SK32-2DM · Produktbild: Luzatec-Shop

Eine zu kleine Zisterne läuft im Sommer leer, eine zu große kostet unnötig Geld und Einbauraum. Die Dimensionierung ergibt sich immer aus zwei Rechnungen: dem möglichen Regenertrag des Dachs und dem tatsächlichen Wasserbedarf der angeschlossenen Verbraucher. Der kleinere der beiden Werte begrenzt die sinnvolle Speichergröße.

Schritt 1: Regenertrag des Dachs

Der Jahresertrag berechnet sich als projizierte Dachfläche in Quadratmetern multipliziert mit dem örtlichen Jahresniederschlag in Millimetern, dem Abflussbeiwert des Dachs und einem Filterwirkungsgrad von etwa 0,9. Maßgeblich ist die Grundfläche des Dachs, nicht die schräge Dachhaut.

DachartAbflussbeiwertHinweis
Ziegel- und Betondachstein, Schrägdach0,75–0,85Standardfall bei Wohnhäusern
Metall- und Glasdach0,90–0,95Sehr geringe Verluste
Flachdach mit Kies0,50–0,60Speicherwirkung der Schüttung
Extensives Gründach0,20–0,30Hoher Rückhalt, gefiltertes Wasser
Abflussbeiwerte typischer Dachdeckungen (Orientierungswerte)

Schritt 2: Bedarf der Verbraucher

  • Gartenbewässerung: 60 bis 120 l pro m² und Jahr, abhängig von Bepflanzung und Sommerwitterung.
  • WC-Spülung: rund 8.000 bis 12.000 l pro Person und Jahr.
  • Waschmaschine: etwa 4.000 bis 6.000 l pro Haushalt und Jahr.
  • Putz- und Reinigungswasser: 500 bis 1.500 l pro Jahr.

Die Speichergröße deckt anschließend die typische Trockenperiode ab. In Deutschland rechnet man mit drei Wochen ohne nutzbaren Niederschlag: Tagesbedarf × 21 ergibt das erforderliche nutzbare Volumen. Liegt dieser Wert über 8 Prozent des Jahresertrags, ist der Bedarf höher als das Dach liefern kann – dann ist eine Trinkwassernachspeisung Pflicht.

  1. 1. Dachfläche aufnehmen

    Grundfläche des Daches in m² ermitteln, mehrere Dachflächen einzeln erfassen und nur die tatsächlich angeschlossenen addieren.

  2. 2. Niederschlag nachsehen

    Örtlichen Jahresniederschlag in mm für die Postleitzahl aus den Daten des Deutschen Wetterdienstes verwenden.

  3. 3. Ertrag berechnen

    Fläche × Niederschlag × Abflussbeiwert × 0,9 ergibt den nutzbaren Jahresertrag in Litern.

  4. 4. Bedarf gegenrechnen

    Jahresbedarf aller Verbraucher addieren und mit dem Ertrag vergleichen; der kleinere Wert ist die Planungsgrundlage.

  5. 5. Volumen festlegen

    Tagesbedarf × 21 Tage als nutzbares Volumen ansetzen und auf die nächste handelsübliche Behältergröße aufrunden.

Häufige Planungsfehler

  • Speicher zu groß gewählt: Wasser steht lange, die Qualität sinkt und die Investition rentiert sich nicht.
  • Überlauf ohne Rückstausicherung oder ohne Anschluss an Versickerung bzw. Kanal geplant.
  • Saugleitung zu dünn oder mit zu vielen Bögen – die Pumpe erreicht die gewünschte Fördermenge nicht.
  • Filter zu klein: Bei Dachflächen über 100 m² ist ein Filter mit ausreichendem Durchsatz erforderlich.

Häufige Fragen

Wie groß sollte eine Zisterne für ein Einfamilienhaus sein?
Für Gartenbewässerung genügen meist 3.000 bis 5.000 l. Wird zusätzlich das WC versorgt, sind 5.000 bis 8.000 l sinnvoll – abhängig von Dachfläche, Niederschlag und Personenzahl.
Reicht eine Saugpumpe oder brauche ich eine Tauchpumpe?
Bis etwa 7 m Höhenunterschied zwischen Wasserspiegel und Pumpe arbeitet eine selbstansaugende Pumpe zuverlässig. Bei tieferen Zisternen oder langen Saugwegen ist eine Tauchdruckpumpe die robustere Lösung.
Muss Regenwasser aufbereitet werden?
Für Garten, WC und Waschmaschine genügt eine mechanische Filterung plus beruhigter Zulauf und schwimmende Entnahme. Eine Aufbereitung auf Trinkwasserqualität ist technisch aufwendig und für Hausanlagen unwirtschaftlich.

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