Anleitung
Kugellager in der Pumpe tauschen
Kurz erklärt
Laute, raue oder heiß werdende Lager sind Verschleißteile und werden paarweise getauscht. Lager nur über den Innenring aufpressen oder gleichmäßig erwärmt aufziehen, Lagersitz vorher auf Riefen und Maß prüfen und beim Zusammenbau die Welle spielfrei, aber nicht verspannt einbauen.
Ein Lagerschaden kündigt sich fast immer akustisch an, lange bevor die Pumpe stehen bleibt. Wer die Geräuschentwicklung ernst nimmt, tauscht ein Lagerpaar für wenige Euro – wer wartet, riskiert Wellenschaden, gefressene Dichtung und im Extremfall einen Motorschaden.
Schadensbilder richtig deuten
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Maßnahme |
|---|---|---|
| Gleichmäßiges Brummen, tiefer als früher | beginnender Laufbahnverschleiß | Lagerpaar planen, Betrieb beobachten |
| Rasseln, metallisch, drehzahlabhängig | Wälzkörper- oder Käfigschaden | sofort tauschen |
| Heißes Lagergehäuse (über ca. 70 °C) | Fettmangel, Verspannung, Überlast | Lager tauschen, Fluchtung prüfen |
| Axiales Spiel der Welle spürbar | Lagerluft ausgelaufen oder Lagersitz ausgeschlagen | Lager und Sitzmaß prüfen |
| Rostwasser am Lagerdeckel | Wellendichtung leckt in das Lager | Dichtring und Lager gemeinsam tauschen |
So wird getauscht
1. Freischalten und entleeren
Spannung abschalten, sichern, Pumpe drucklos machen und Wasser ablassen.
2. Zugang schaffen
Laufrad und Wellendichtring ausbauen, damit die Welle frei liegt.
3. Alte Lager ziehen
Abzieher am Innenring ansetzen. Kräfte niemals über die Wälzkörper leiten.
4. Sitze prüfen
Wellensitz und Gehäusesitz messen. Ausgeschlagene Sitze führen zu Wanderung des Lagers – dann Welle bzw. Lagerträger instand setzen.
5. Neues Lager montieren
Kalt mit Montagehülse auf den Innenring pressen oder gleichmäßig auf ca. 80–100 °C erwärmen und aufschieben. Sofort satt anlegen.
6. Fetten und schließen
Nur bei nachschmierbaren Lagern fetten, Lagerraum maximal zu zwei Drittel füllen. Anschließend Dichtring und Laufrad neu montieren.
7. Probelauf
Von Hand drehen, dann 15 Minuten laufen lassen und Temperatur sowie Geräusch prüfen.
Ursachen abstellen, nicht nur Teile tauschen
- Fluchtungsfehler zwischen Motor- und Pumpenwelle mit Haarlineal oder Messuhr prüfen.
- Riemen- oder Rohrspannungen abbauen: Verrohrung muss spannungsfrei anliegen, nicht am Pumpengehäuse hängen.
- Leckage der Wellendichtung beheben, sonst spült Wasser das Lagerfett aus.
- Häufiges Takten reduzieren – jeder Anlauf belastet die Lager stärker als Dauerbetrieb.
Häufige Fragen
- Welches Lager passt in meine SK32?
- Das hängt von der Baugröße ab: In den kleineren Ausführungen kommt häufig 6203 zum Einsatz, in größeren 6303. Maßgeblich ist immer das ausgebaute Lager bzw. das passende Reparaturkit zur Baugröße.
- Kann ich nur ein Lager tauschen?
- Technisch möglich, aber unklug. Das zweite Lager hat die gleiche Laufzeit hinter sich und fällt meist kurz danach aus – dann ist die komplette Demontage nochmals nötig.
- Wie warm darf ein Pumpenlager werden?
- Handwarm bis deutlich warm ist normal. Wird das Gehäuse so heiß, dass man es nicht mehr anfassen kann, liegt Fettmangel, Verspannung oder Überlast vor – dann abstellen und prüfen.
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